Gelassenheit ist kein Zufall

Vielen Menschen setzen Krisen und Stress
im Herbst besonders zu

Bericht der Telefon-Ratgeberaktion mit führenden Gesundheitsexperten
vom Mittwoch, 5. November 2009, 10 bis 16 Uhr

Expertentelefon immer
Kostenlose Rufnummer: 0800 – 000 55 32

Die Finanzkrise hat allen gezeigt, wie schnell der Traum vom Wohlstand ausgeträumt sein kann. Sicherheit für eine entspannte Zukunft gibt es nicht. Neben hoch bezahlten Managern müssen auch Arbeiter und Angestellte um ihre Arbeitsplätze bangen. Selbst bei Senioren, die eigentlich einen entspannten Lebensabend genießen sollten, zerrt die Krise an den Nerven, denn viele sehen ihre finanziellen Rücklagen in Gefahr. Der gesellschaftliche Druck ist immens. Das zeigt sogar ein Blick in die Statistik. Denn selten war die Zahl der Krankmeldungen so gering. Wer sich unwohl fühlt, traut sich heute kaum im Bett zu bleiben. Schließlich könnten krankheitsbedingte Fehlzeiten vom Arbeitgeber negativ ausgelegt werden. Doch der Zwang, immer funktionieren zu müssen, belastet mit der Zeit das Gemüt – dann beginnen auch die Familie und Beziehungen unter der Situation zu leiden. Viele Betroffene machen den Fehler, das Problem der Überforderung zu verdrängen, weil sie ihre vermeintliche Schwäche nicht eingestehen wollen. So wundert es nicht, dass immer mehr Deutsche unter nervöser Unruhe, Schlafstörungen und sogar Burn-out leiden. 



Vor allem im Herbst und Winter, wenn es am Tag nicht richtig hell werden will, scheinen
Überlastung und Sorgen übermächtig. Ein Teufelskreis, denn gerade in Krisenzeiten ist es
besonders wichtig, das innere Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Doch wie plane ich mein Alltagspensum und meine Freizeit so, dass mir genug Raum für Ruhe und Erholungsphasen bleibt? Wo kann ich professionelle Hilfe finden? Welche Wirkung kann man von natürlichen, pflanzlichen Mitteln erwarten? Bei welcher Behandlung droht die Gefahr einer Abhängigkeit? Mit welchen Strategien lässt sich Stress effektiv reduzieren? Was kann ich im Hinblick auf Sport und Ernährung tun, um mein inneres Gleichgewicht wiederzufinden? Diese und andere Fragen können interessierte Leser am 5. November 2009 zwischen 10 und 16 Uhr an vier ausgewiesene Experten richten.

Am Telefon saßen für Sie:

Dr. med. Ursula Eder, praktische Ärztin in einer eigenen Praxis in Dachau. Schwerpunkte: Klassische Homöopathie für Erwachsene und Kinder, Körper- und Ohrakupunktur, Homöosiniatrie, Eigenblutbehandlungen.

Dr. med. Rainer G. Hübner, niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin in einer auf Naturheilverfahren spezialisierten Praxis in Landau/Pfalz. Schwerpunkte: Biologische Medizin, Flugmedizin, Präventionsmedizin, Ganzheitsmedizin.

Dr. med. Cyrus Sami, Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin in einer Privatpraxis für Naturheilkunde und Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schwerpunkte: Gesundheitsvorsorge, ganzheitliche Anti-Stress-Medizin und Sportmedizin.

Johann A. W. Kees, Facharzt für Allgemeinmedizin in Friedrichshafen, Experte für Mesotherapie – einer Kombination aus Neuraltherapie, Akupunktur und sanfter Arzneimitteltherapie –, Mannschaftsarzt des VfB Friedrichshafen (Deutscher Meister im Volleyball)

Die wichtigsten Leserfragen zum Thema:

1.   Seit mein Mann weiß, dass sein Job auf der Kippe steht, wirkt er fahrig und abwesend. Ich habe Angst, dass er depressiv werden könnte – doch wie kann ich ihm helfen?

Johann Kees: Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie aktiv auf Ihren Mann zugehen und ihm signalisieren, dass Sie sein Problem ernst nehmen. Zugleich sollten Sie jedoch versuchen, die Sachlage zu objektivieren und ihm seine Ängste zu nehmen. Zur Beruhigung vor dem Einschlafen kann ein Gute-Nacht-Tee hilfreich sein. Aber auch homöopathische Komplexmittel – dreimal zwei Tabletten am Tag und vier in der Nacht – können helfen. Der Vorteil letzterer ist, dass kombinierte homöopathische Mittel wie etwa Neurexan an mehreren Beschwerdepunkten gleichzeitig ansetzen und auch tagsüber jederzeit in akuten Situationen eingenommen werden können, weil sie nicht müde machen.

2.   Meine Tochter schreibt gerade an ihrer Diplomarbeit und schläft sehr unregelmäßig. Oft liegt sie noch lange wach und grübelt. Erst haben ihr Hausmittel wie warmes Bier geholfen, doch jetzt wirken sie nicht mehr. Was kann sie sonst noch tun?

Johann Kees: Typische Hausmittel mit Alkohol wie ein Glas Bier oder ein Glas Wein sind überhaupt nicht zu empfehlen, denn sie können auf Dauer abhängig machen. Zwar wirkt Bier tatsächlich entspannend, doch gerade deshalb ist beim Konsum Vorsicht geboten. Weitaus harmloser und nicht weniger wirksam sind Hopfentee oder ein Beruhigungsbad. Hilfreich können auch Rituale sein, mit denen jeder Arbeitstag abgeschlossen wird. Die Erstellung eines Arbeitsplans für den nächsten Tag, eine halbe Stunde locker laufen, heiß duschen oder 15 Minuten meditieren sind einige mögliche Wege aus der Grübelfalle.

3.    Wenn mich etwas belastet, kann ich mich oft nicht mehr richtig konzentrieren. Zu Hause mache ich dann Yoga. Doch wie kriege ich meine Unruhe unterwegs in den Griff?

Johann Kees: Wenn unterwegs kein Yoga möglich ist, kann es schon hilfreich sein, zweimal tief ein- und langsam wieder auszuatmen. Am besten geht man dabei raus – weg aus der stressigen Situation – und nimmt sich eine kleine Auszeit vor der Tür. So schafft man es, den Blickwinkel zu ändern und belastende Situationen besser zu meistern.

4.    Je älter ich werde, desto gereizter und unkonzentrierter bin ich, nachts schlafe ich auch schlecht. Die Doppelbelastung mit Haushalt und Büro erscheint mir dann wie ein unbezwingbarer Berg. Haben Sie einen Tipp, diesen Teufelskreis zu durchbrechen?

Dr. Eder: Für viele Frauen ist die Doppelbelastung von Büro und Haushalt eine große Anforderung. Spürbar ist dies vor allem, wenn man älter wird und die Kräfte nachlassen. Stress wird allerdings erst dann daraus, wenn man seine persönlichen Grenzen permanent überschreitet. Daher sollte man versuchen, sich stärker abzugrenzen und lernen, auch einmal „nein“ zu sagen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, sich selbst zu stärken. Schaffen Sie sich kleine Inseln zum Auftanken. Was das ist, hängt vom Einzelnen ab – mehr Sport, Tai Chi, Yoga, Qi Gong können ebenso erholsam sein wie ein neues Hobby, Theaterbesuche, Spaziergänge oder stille Auszeiten, die die innere Ruhe zurückbringen.

5.    Ich bin im Beruf stark eingebunden und habe ständig das Gefühl, nicht alles erledigt zu haben. Was kann mir helfen, mich nicht mehr so getrieben zu fühlen? Kann mir beispielsweise ein Zeitmanagementseminar helfen, meinen Perfektionismus zu bremsen?

Dr. Eder: Ziel eines solchen Zeitmanagementseminars ist es letztlich, immer noch mehr Aufgaben in ein Zeitfenster zu stopfen. Um Ihren Perfektionismus etwas zu stoppen, sollten Sie sich lieber eine Art „Lebensschublade“ einrichten, in der Sie ruhig schlampig sein dürfen. Hilfreich ist auch eine Gedankenreise, bei der man sich vorstellt, was schlimmstenfalls passieren kann, wenn man nicht alles erledigt. So eine Reise kann helfen, die eigene Angst vor Unvorhergesehenem zu überwinden, die viele Perfektionisten quält. Wie Ying und Yang sollten Perfektionismus und Gelassenheit stets in einem ausbalancierten Verhältnis sein. Um die eigene Energie zu stärken, sollte man sich zudem darüber klar werden, wer oder was einem permanent die meiste Energie raubt, und sich künftig vor diesen Energieräubern schützen.

6.    Seit mein Sohn und seine Frau sich getrennt haben, kümmere ich mich oft um die Kinder. Um der Verantwortung gewachsen zu sein, nehme ich manchmal Beruhigungsmittel, habe aber zugleich Angst vor den Nebenwirkungen.

Dr. Eder: Die Einnahme von chemischen Beruhigungsmitteln führt langfristig in einen Teufelskreis. Denn diese zentral wirksamen Medikamente haben eine Fülle von Nebenwirkungen und können in die Abhängigkeit führen. Wer derartige Präparate einnimmt, hat nachts keinen natürlichen Schlafrhythmus mehr und ist tagsüber noch weniger belastbar als zuvor. Statt zu diesen Mitteln zu greifen, sollte man lieber die eigenen Grenzen akzeptieren, den Anspruch auf eine „funktionierende Oma“ zurückweisen und die Kinder möglicherweise nur einige Stunden am Tag übernehmen. Um insgesamt gelassener zu werden, können zudem natürliche Beruhigungsmittel wie Melissen- und Hopfentee oder homöopathische Komplexmittel hilfreich sein.

7.    Mein Arzt hat mir gegen meine Schafstörungen ein rezeptpflichtiges Schlafmittel verschrieben. Doch seit ich den Beipackzettel gelesen habe, möchte ich das lieber gar nicht mehr nehmen. Gibt es keine Alternative?

Dr. Sami: Aus der Natur gibt es eine ganze Reihe an Präparaten, die hier hilfreich sein können. Besonders homöopathische Komplexmittel bieten bei der Behandlung von Schlafstörungen und anderen Symptomen, die eine Folge von Überlastungssituationen sind, entscheidende Vorteile. Durch eine ausgewogene Zusammenstellung von mehreren homöopathischen Stoffen wird an unterschiedlichen Beschwerdepunkten angesetzt, um die innere Balance wiederherzustellen. Komplexmittel wie beispielsweise Neurexan wirken zudem erfahrungsgemäß schneller als Pflanzeneinzelstoffe. Mit Nebenwirkungen wie Abhängigkeit und Müdigkeit ist dabei nicht zu rechnen. Wenn solche homöopathischen Mittel, die in der Apotheke frei verkäuflich sind, keinen Erfolg haben, sollten Sie jedoch erneut Ihren Arzt um Rat bitten.

8.    Ich habe einen Beruf, bei dem eine ruhige Hand gefragt ist. Doch immer wenn ich Stress habe, werde ich fahrig – was kann ich dagegen tun? Ich brauche dann etwas, was sofort hilft.

Dr. Sami: Das Erlernen von Entspannungsübungen kann helfen, mit solchen Situationen besser umzugehen. Diese können dann mehrmals und nur wenige Minuten täglich durchgeführt werden, um die innere Ruhe zu stabilisieren. Für den Notfall kann die Einnahme eines sanften, naturheilkundlichen Heilmittels für inneren Ausgleich sorgen.

9.    Meine Tante hat fast alle Ersparnisse beim Bankencrash verloren. Nun hat sie Angst, ihre Pflege im Alter nicht bezahlen zu können, und leidet unter extremer Nervosität und heftigen Stimmungsschwankungen. Was kann ihr helfen, aus dem Tief wieder herauszukommen? Wäre eine Gesprächstherapie sinnvoll?

Dr. Hübner: Drei Säulen zur Stressbewältigung sind sinnvoll: Entspannung, Bewegung und Ernährung. Für Ihre Tante empfehle ich Bewegung und Entspannung, um den Kopf frei zu bekommen. Wenn es Ihrer Tante nicht gelingt, die Gedanken an den Bankencrash los zu lassen und sich aus dem Stimmungstief zu ziehen, sollte sie sich nicht scheuen, die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen.

Weitere Informationen zum Thema:

Stress - Grundlagen, Auslöser und Bewältigungsmöglichkeiten: www.oddblog.de/stress/
Verein gegen Psychosozialen Stress und Mobbing e. V.: www.vpsm.de/index.html
Informationen rund um Stress, Symptome und Gegenmaßnahmen: www.stresshilfe.de
Informationsportal für den gesunden Schlaf: www.schlaf.de
Zeitmanagement und Zielmanagement: www.zeitblueten.com
Stress-Typen-Beschreibung und weitere Infos: www.neurexan.de

     
 
     
Dr. med. Ursula Eder, praktische Ärztin



Dr. med. Rainer G. Hübner, niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin



Dr. med. Cyrus Sami, Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin



Johann A. W. Kees, Facharzt für Allgemeinmedizin