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Keine Angst vor Unterzucker – kostenlose Telefon-Ratgeberaktion mit führenden GesundheitsexpertenThema: Den Alltag trotz Diabetes meisternDie wichtigsten Leserfragen und Antworten zum Thema Diabetes vom 24. September 2009
Am Telefon saßen für Sie: Prof. Dr. med. Oliver Schnell
Geschäftsführender
Vorstand Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes
e.V. am Helmholtz-Zentrum, München und Professor für Innere Medizin an
der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Schwerpunkte: Innovative
Behandlungsstrategien bei Diabetes, Diabetes und
Herz-Kreislauferkrankungen, Prävention von Komplikationen.
Dr. med. Veronika Hollenrieder
Fachärztin
für Innere Medizin, Diabetologin DDG in einer Diabetologischen
Schwerpunktpraxis in Unterhaching bei München. Schwerpunkte:
Diabetische Polyneuropathie, Ernährungsberatung, Adipositastherapie,
Fußsprechstunde.
Dr. med. Rüdiger Kilian Chefarzt der Abteilung Innere Medizin des Krankenhauses Neu-Mariahilf in Göttingen. Schwerpunkte: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Lebererkrankungen, Onkologische Erkrankungen des Verdauungstraktes, Diabetologie.
Dr. med. Hans-Martin Reuter Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe DDG und Ernährungsmediziner DGEM in einer Gemeinschaftspraxis für Diabetologie in Jena, Schwerpunkte: Diabetischer Fuß, Diabetesprävention, Insulinpumpeneinstellung, Ernährungsberatungszentrum.
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Etwa sechs bis acht Millionen Deutsche leiden an Typ-2-Diabetes.
Täglich kommen neue hinzu – darunter sind immer öfter auch junge
Menschen. Übergewicht, Bewegungsmangel und schlechte
Ernährungsgewohnheiten begünstigen die Stoffwechselstörung, die
ursprünglich als reine Alterserscheinung galt. Doch oft dauert es
einige Zeit, bis die richtige Diagnose gestellt wird, denn eindeutige
Symptome gibt es nicht. Begleiterscheinungen wie Müdigkeit und
Abgeschlagenheit werden häufig auf andere Ursachen zurückgeführt und
nicht mit einem zu hohen Blutzuckerspiegel in Verbindung gebracht. Im
Hinblick auf Folgeerkrankungen wie Gefäßverkalkung, Nierenschäden,
Augenkrankheiten und koronare Herzkrankheit warnen Experten allerdings
davor, die Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar
kein Insulin produziert, auf dieleichte Schulter zu nehmen |
| Die wichtigsten Leserfragen und Antworten zum Thema Diabetes1. Mein Arzt hat bei mir erst vor kurzem Diabetes festgestellt – welche Chancen habe ich, die Erkrankung ohne Medikamente in den Griff zu bekommen? Wäre es sinnvoll, künftig die Kohlenhydrate zu reduzieren?
Dr. Hollenrieder: Wenn die Diagnose Diabetes frühzeitig gestellt wird, sind die Chancen recht gut, die Stoffwechselstörung auch ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Dazu sind insbesondere eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität, das bedeutet mindestens 30 Minuten Bewegung pro Tag, erforderlich. Die Kohlenhydrate sollten allerdings nicht unter 50 Prozent reduziert werden, da sonst auf Fett und Eiweiß ausgewichen wird und sich so die Gesamtkalorienaufnahme eher erhöht. Sinnvoll ist es jedoch, die Kohlenhydratmengen pro Mahlzeit zu begrenzen. Also besser fünf kleine Mahlzeiten pro Tag als drei große.
2. Meine Eltern leiden beide an Diabetes. Muss ich auch damit rechnen, die Stoffwechselstörung zu bekommen? Wie kann ich vorbeugen?
Dr. Hollenrieder: Leider ja, denn wenn beide Elternteile an Diabetes leiden, liegt die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei über 50 Prozent. Vorbeugen kann man mit einer gesunden Lebensweise – also ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Bestimmung des Blutzuckers etwa zwei Stunden nach einer Mahlzeit.
3. Welche Blutzuckerwerte gelten eigentlich als normal? Werde ich als Diabetiker den Rest meines Lebens mehrmals täglich diese lästigen Messungen durchführen müssen?
Dr. Kilian: Als normal werden Blutzuckerwerte eingestuft, die bei einem Wert zwischen 80 und 110 mg/dl liegen. Werte zwischen 110 und 126 mg/dl gelten allgemein als Grauzone, während Blutzuckerwerte von über 126 mg/dl in der Nüchternmessung als Beginn eines Diabetes mellitus eingestuft werden müssen, sofern es sich nicht um eine vorübergehende Erscheinung oder andere Krankheiten handelt. Zu Beginn der Diabetes-Erkrankung sind Messungen mehrmals am Tag unerlässlich, um die Werte richtig einstellen zu können. Ist der Zucker über Wochen auf einem vom Arzt festgelegten Niveau stabil, kann jedoch durchaus eine Nüchternmessung am Tag ausreichend sein. Auf diese Messung sollten Patienten jedoch im eigenen Interesse nicht verzichten.
4. Seit ich meinen Diabetes mit Tabletten behandeln muss, ist mir öfter schwindelig. Was kann ich dagegen tun?
Dr. Kilian: Zunächst einmal sollten Sie den Ursachen des Schwindels auf den Grund gehen. Blutzuckermessungen können zeigen, ob den Schwindelanfällen eine manifeste Unterzuckerung mit Werten, die kleiner sind als 80 mg/dl, zugrunde liegt. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten auch eine Herzrhythmusstörung oder Blutdruckschwankungen die Ursache sein. Liegt eine Unterzuckerung vor, kann eine Umstellung der Medikamente notwendig werden. So genannte DPP-4-Hemmer senken den Blutzuckerspiegel abhängig vom aktuellen Glukosegehalt im Blut, jedoch nicht unter 65 mg/dl, sodass keine Unterzuckerung entstehen kann. Bislang durften diese Medikamente, die verhindern, dass Inkretin-Hormone abgebaut werden, in Europa nur in Kombination mit dem Glukosehemmer Metformin verordnet werden. Doch nun ist auch die alleinige Einnahme des DPP-4-Hemmers Sitagliptin (Januvia) eingeschränkt erlaubt – und zwar dann, wenn Metformin aufgrund von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist und durch Diät und Bewegung allein keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erzielt werden kann.
5. Ich bin sehr unsportlich und habe Übergewicht. Nun hat mir mein Arzt geraten, mich regelmäßig körperlich zu betätigen, wenn ich nicht zum Diabetiker werden will – aber bringt das überhaupt was?
Dr. Reuter: Große Studien wie die Finnische Diabetes Studie oder die DPP Studie in den USA haben klar gezeigt, dass durch Bewegung und Ernährungsumstellung das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, um 58 Prozent gesenkt werden konnte. Weitere Untersuchungen wie beispielsweise die Da-Quing-Studie haben dieses Resultat inzwischen mehrfach bestätigt.
6. Mein Schwager nimmt blutzuckersenkende Medikamente und ist viel mit dem Auto unterwegs. Ich habe mal gehört, dass das lebensgefährlich sein kann - stimmt das?
Dr. Hollenrieder: Blutzuckersenkende Medikamente haben unterschiedliche Wirkansätze. Unter den sogenannten Sulfonylharnstoffen (z. B. Glibencamid) kann es zur Unterzuckerungen kommen, vor allem dann, wenn keine regelmäßige Zufuhr von Kohlenhydraten erfolgt. Deshalb sollte vor Antritt einer Autofahrt der aktuelle Blutzuckerwert bestimmt werden. Zum Glück werden Unterzuckersymptome von den Betroffenen meist rechtzeitig bemerkt. Sofern sie häufiger auftreten, müssen sie natürlich im Gespräch mit dem betreuenden Arzt unbedingt erwähnt und durch Blutzuckerselbstbestimmungen verifiziert werden. Alternativ zu Sulfonylharnstoffen könnten jedoch auch DPP-4-Hemmer in Kombination mit Metformin ohne Unterzuckerungsgefahr eingesetzt werden.
7. Mein Diabetes ist generell gut eingestellt. Aber wenn ich am Wochenende viel Sport treibe, sinkt der Blutzuckerspiegel stark ab. Wäre es nicht sinnvoll, an solchen aktiven Tagen die Tabletten wegzulassen?
Dr. Reuter: Die Frage, ob Anti-Diabetika reduziert oder sogar weggelassen werden dürfen, hängt sehr stark von der Art der verordneten Medikamente ab. Patienten sollten daher die Dosierung ihrer Arzneimittel nicht im Alleingang ändern, sondern entsprechende Möglichkeiten mit dem behandelnden Diabetologen besprechen.
8. Seit Beginn meiner Behandlung mit einem Anti-Diabetikum vor drei Jahren habe ich fünfzehn Kilo zugenommen. Mein Arzt sagt, das müsse ich in Kauf nehmen. Aber gibt es nicht inzwischen neue Behandlungsmethoden, die ohne Gewichtszunahme einhergehen?
Prof. Schnell: Nicht alle blutzuckersenkenden Tabletten führen zu einer Gewichtszunahme. Hier gibt es Unterschiede. Haben Sie so stark zugenommen, wie Sie es beschreiben, sollte zuerst überprüft werden, ob Ihre Ernährungsweise und Ihr Lebensstil nicht geändert werden könnten, damit Sie an Gewicht verlieren. Nicht immer gelingt dies jedoch in nachhaltiger Weise. Wichtig wäre auch, Ihre Behandlung zu überprüfen. Möglicherweise können Ihre Tabletten umgestellt werden. Neuere Behandlungsansätze mit sogenannten DPP-4-Hemmern könnten für Sie vorteilhaft sein, da sie nicht mit einer Gewichtszunahme einhergehen.
9. Seit einem Jahr muss mein Diabetes mit Medikamenten behandelt werden. Seither bin ich einmal mit Unterzuckerung umgekippt und hab nun Angst, dass es wieder passiert. Wie kann ich das verhindern?
Prof. Schnell: Eine Unterzuckerung zu erleben, ist sehr unangenehm und kann danach mit der Angst verbunden sein, in Zukunft könne ein ähnliches Ereignis erneut auftreten. Deshalb ist es besonders wichtig, nach der möglichen Ursache zu fahnden. Hatten Sie ausreichende Kohlenhydrate gegessen? Ging eine vermehrte körperliche Aktivität voraus? Oder könnte die Unterzuckerung durch eine zu hohe Medikamentendosierung bedingt gewesen sein? Hier gilt es, gemeinsam mit dem Diabetesteam die Ursache aufzudecken. Je nachdem, wie das Ergebnis ausfällt, muss auch erwogen werden, ob eine Anpassung der Medikamente notwendig ist.
10. Ich habe gehört, dass mit sogenannten DPP-4-Hemmern eine sanftere Diabetestherapie möglich ist. Wie sieht diese Therapie aus und warum ist nur eine Kombibehandlung mit Metformin möglich?
Prof. Schnell: DPP-4-Hemmer können die Insulinausschüttung im Körper bedarfsgerecht erhöhen, ohne dass dabei das Risiko für Unterzuckerungen steigt. Denn ihre Wirkung ist von der momentanen Höhe des Blutzuckers abhängig. So können sie den Blutzucker nachhaltig senken und auch langfristig eine gute Diabeteseinstellung erzielen. DPP-4-Hemmer sind für die Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Tabletten gut geeignet. Metformin, das die Glukose-Neubildung in der Leber hemmt, ist der wichtigste Kombinationspartner, weil sich die Wirkprinzipien gut ergänzen. Weitere Kombinationen sind möglich. Nach den guten Erfahrungen in der Kombinationsbehandlung ist es jedoch denkbar, dass künftig auch die Monotherapie mit DPP-4-Hemmern eingeführt wird. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die eingeschränkte Zulassung des DPP-4-Hemmers Sitagliptin für die Singlebehandlung. Seit kurzem darf das Medikament immer dann verordnet werden, wenn durch Diät und Bewegung allein keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erzielt werden kann und Metformin aufgrund von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist.
11. Ich habe seit 10 Jahren Diabetes und meine Werte sind schlecht einstellbar. Werde ich irgendwann zwangsläufig Insulin spritzen müssen oder kann ich das vermeiden?
Dr. Kilian: Ich befürchte, dagegen lässt sich wenig machen. Typ-2-Diabetes ist eine chronische Erkrankung, in deren Verlauf im Durchschnitt nach etwa zehn Jahren mit dem völligen Verlust der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse zu rechnen ist. So gesehen wird es sich nicht vermeiden lassen, dass Sie möglicherweise sogar in nächster Zukunft damit beginnen müssen, Insulin zu spritzen. Ob es bereits soweit ist, kann anhand bestimmter Laborwerte aus einer Blutuntersuchung festgestellt werden. | |
Essen nach PlanBasis jeder Therapie sind zunächst
Maßnahmen, die Übergewicht reduzieren und die körperliche Aktivität
steigern. Doch nicht immer reichen diese Veränderungen des Lebensstils
aus. Lassen sich die gestörten Stoffwechselvorgänge mit Sport und einer
Ernährungsumstellung nicht regulieren, werden Medikamente eingesetzt,
um den Blutzuckerspiegel zu senken und möglichst konstant zu halten. Im
Rahmen der Behandlung müssen die Patienten allerdings darauf achten,
keinen Unterzucker zu entwickeln. Die meisten Antidiabetika, die die
Insulinausschüttung anregen, haben jedoch einen entscheidenden
Nachteil: Sie wirken kontinuierlich über den ganzen Tag - also nicht
nur zu den Hauptmahlzeiten, sondern auch in dem Zeitraum zwischen den
Mahlzeiten und nachts. In diesen Zeiten besteht dann leicht die Gefahr
einer Unterzuckerung, das heißt der Blutzucker sinkt unter den normalen
Wert von 50mg/dl. Unterzuckerungen können mit Heißhunger,
Schweißausbrüchen, Zittern, Konzentrationsproblemen und in schweren
Fällen sogar mit Bewusstlosigkeit einhergehen. Um dies zu vermeiden,
erhalten Patienten einen verbindlichen Essensplan. Die regelmäßigen
Haupt- und Zwischenmahlzeiten helfen, das permanent ausgeschüttete
Insulin abzufangen. Bedarfsgerechte Steigerung der InsulinproduktionDoch
im Alltag stellt die Einhaltung eines strikten Ernährungsplans viele
Diabetiker vor Probleme. Häufig fühlen sie sich in ihrer Tagesplanung
massiv eingeschränkt und sind schnell verunsichert, wenn der
gewöhnliche Tagesrhythmus gestört wird. Denn neben unregelmäßigem Essen
können auch Stress, körperliche Anstrengung und Alkoholgenuss zu einer
Unterzuckerung führen. Mehr Freiheit verschaffen Betroffenen die
neueren Antidiabetika. Seit etwa zwei Jahren gibt es beispielsweise
eine innovative Kombinationstherapie mit Metformin und einem
sogenannten DPP-4-Hemmer: Während Metformin die Zellen für das
körpereigene Insulin empfindlicher macht, sorgt der Januvia-Wirkstoff
Sitagliptin dafür, dass die Konzentration bestimmter Darmhormone
(Inkretine) erhöht wird, welche wiederum die Insulinfreisetzung
regulieren. Die moderne Behandlung steigert die Insulinproduktion
bedarfsgerecht und zwar nur im Anschluss an die Nahrungsaufnahme. So
kann der Blutzuckerspiegel effektiv gesenkt werden – ohne einen
Unterzucker zu riskieren.  Ernährung und Sport
Wie
Ernährung und Sport baut ein Wirkstoff mit der Bezeichnung Sitagliptin
auf körpereigene Vorgänge auf und unterstützt diese. Die neue
Therapie basiert auf der blutzuckerregulierenden Funktion der so
genannten Inkretine. Diese Darmhormone werden nach der Nahrungsaufnahme
freigesetzt. Sie regen die Bauchspeicheldrüse zur Ausschüttung von
Insulin an, das den Blutzucker senkt. Typ-2-Diabetiker bilden zu wenig
dieser lebenswichtigen Inkretine und haben daher zu wenig Insulin zur
Verfügung. Die Tabletten, die nur einmal täglich eingenommen werden,
sorgen dafür, dass der Körper die vorhandenen Inkretine langsamer
abbaut. So kann die Bauchspeicheldrüse länger Insulin ausschütten.
Details gibt es unter www.dpp4-hemmung.de oder bei der kostenfreien Patientenhotline 0800-6733422 und natürlich beim Arzt.
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Sitagliptin

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